Wünsdorf - "Die verbotene Stadt"

Wünsdorf - "Die verbotene Stadt"

Wünsdorf – die „verbotene Stadt“ südlich von Berlin

Wünsdorf, ein Ortsteil von Zossen in Brandenburg, war über Jahrzehnte als „verbotene Stadt“ bekannt. Während des Kalten Krieges fungierte die riesige Militärstadt als Hauptquartier der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland und war für die meisten DDR‑Bürger streng abgeschirmt und unzugänglich. Nur wenige Menschen mit Sondergenehmigung durften das Gelände betreten, weshalb der Spitzname „verbotene Stadt“ entstand.

Das Gebiet, rund 600 Hektar groß, war zwischen 1945 und 1994 ein strategischer Stützpunkt der Roten Armee mit eigenen Schulen, Geschäften, Krankenhäusern und Wohnanlagen, in dem zeitweise Zehntausende Soldaten und Familien lebten. Es gab sogar eine Direktbahnlinie nach Moskau.

Vor der sowjetischen Nutzung hatte der Standort bereits eine lange militärische Tradition: Seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts diente er preußischen und später deutschen Streitkräften als Truppenübungsplatz und Standort des Oberkommandos der Wehrmacht.

Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen 1994 wurden viele Gebäude aufgegeben und sind heute Lost Places – verlassen, teils verfallen und für Fotografen sowie Geschichtsinteressierte beliebte Orte. Führungen und Rundwege durch Teile der Anlage bieten Einblicke in dieses besondere Kapitel deutscher Militär- und Zeitgeschichte.

Bilder einer Tour 2017.

Wünsdorf – the “Forbidden City” south of Berlin

Wünsdorf, a district of Zossen in Brandenburg, was known for decades as the “Forbidden City”. During the Cold War, the vast military town served as the headquarters of the Soviet forces in Germany and was strictly off-limits and inaccessible to most East German citizens. Only a few people with special permits were allowed on the premises, hence the nickname “Forbidden City.”

The area, about 600 hectares, was a strategic base of the Red Army from 1945 to 1994, with its own schools, shops, hospitals, and residential complexes, housing tens of thousands of soldiers and families at times. There was even a direct railway line to Moscow.

Before Soviet use, the site already had a long military tradition: since the early 20th century, it served Prussian and later German forces as a training ground and as the headquarters of the Wehrmacht High Command.

After the withdrawal of Soviet troops in 1994, many buildings were abandoned and are now Lost Places – deserted, partially decayed, and popular with photographers and history enthusiasts. Guided tours and walking paths through parts of the site offer insights into this unique chapter of German military and contemporary history.

Images from a tour in 2017.