Savissivik – Leben im Eis der hohen Arktis

Savissivik ist eine der nördlichsten und abgelegensten Siedlungen Grönlands und liegt im äußersten Nordwesten des Landes nahe der Melville-Bucht, unweit von Kap York. Mit nur wenigen Dutzend Einwohnern gehört der Ort zu den kleinsten dauerhaft bewohnten Siedlungen der Welt.

Der Name Savissivik bedeutet „Ort des Meteoriteneisens“ und verweist auf den berühmten Cape-York-Meteoriten, der vor Tausenden von Jahren in dieser Region niedergegangen ist. Seine Eisenfragmente wurden von den Inuit über Jahrhunderte zur Herstellung von Werkzeugen genutzt und machten das Gebiet um Kap York zu einem bedeutenden Ort der regionalen Geschichte.

Das Leben in Savissivik ist untrennbar mit Eis und arktischer Natur verbunden. Die Bewohner leben überwiegend von Jagd und Fischfang, insbesondere auf Robben und andere Meerestiere, deren Lebensraum eng an das Meereis gebunden ist. Die Anbindung an die Außenwelt erfolgt fast ausschließlich per Helikopter oder während weniger eisfreier Sommerwochen per Schiff.

Das Klima ist extrem. Savissivik besitzt ein polares Tundrenklima mit sehr langen, kalten Wintern und kurzen, kühlen Sommern. Die durchschnittlichen Wintertemperaturen liegen zwischen –25 °C und –35 °C, in Kälteperioden können Werte unter –40 °C auftreten. Im kurzen Sommer steigen die Temperaturen meist nur auf 0 bis 5 °C, an besonders milden Tagen selten bis etwa 8 °C. Der Boden taut nur oberflächlich auf, da darunter dauerhafter Permafrost liegt.

Das Meereis prägt den Alltag entscheidend: Es dient im Winter als Verkehrsweg für Hundeschlitten, begrenzt jedoch gleichzeitig Versorgung und Mobilität. Eisberge, Treibeis und gefrorene Küstenlandschaften rund um Kap York bestimmen das Bild der Region und machen Savissivik zu einem eindrucksvollen Beispiel für das Leben des Menschen unter extremen arktischen Bedingungen.

Bilder einer Reise in 2025.

Savissivik – life in the ice of the High Arctic

Savissivik is one of the northernmost and most remote settlements in Greenland, located in the far northwest of the country near the Melville Bay, close to Cape York. With only a few dozen inhabitants, it is among the smallest permanently inhabited settlements in the world.

The name Savissivik means “place of meteoritic iron” and refers to the famous Cape York meteorite, which fell in this region thousands of years ago. Its iron fragments were used by Inuit communities for centuries to produce tools, making the Cape York area an important site in regional history.

Life in Savissivik is inseparably linked to ice and Arctic nature. The inhabitants mainly rely on hunting and fishing, especially seals and other marine animals whose habitat is closely tied to sea ice. Access to the outside world is almost exclusively by helicopter or, during a few ice-free summer weeks, by ship.

The climate is extreme. Savissivik has a polar tundra climate with very long, cold winters and short, cool summers. Average winter temperatures range between –25 °C and –35 °C, while cold spells can bring temperatures below –40 °C. During the brief summer, temperatures usually rise only to 0 to 5 °C, rarely reaching about 8 °C on especially mild days. The ground thaws only superficially, as permanent permafrost lies beneath.

Sea ice shapes daily life in decisive ways: it serves as a transportation route for dog sleds in winter, yet at the same time limits supply and mobility. Icebergs, drifting ice, and frozen coastal landscapes around Cape York dominate the region’s appearance, making Savissivik a striking example of human life under extreme Arctic conditions.

Images from a trip in 2025.